Unser Logo - Die Brennessel

Warum die Brennessel? In ihrem Auftreten wirkt sie bescheiden, jedoch verfügt sie über unglaubliche Eigenschaften. Sie zeigt sich auch unter erschwerten Lebensbedingungen widerstandsfähig und weiss sich mit ihren brennenden Haaren gegen Angriffe zu wehren.

Es sind diese Stärken, die wir zu unseren Werten machen und in Gärten, welche wir planen und bauen, einbringen möchten. Ein Garten sollte uns nicht mit seiner Farbenüppigkeit aus fremden, überzüchteten und ökologisch wertlosen Pflanzen erschlagen. Er sollte uns anregen, ihn näher zu betrachten, zu entdecken, seine Vielfalt und seine Dynamik zu erfahren.

Küche

Bereits den Römern und Griechen war das Nesselkraut bestens bekannt und auch bei den Himalajavölkern spielte die Brennnessel in der Ernährung eine wichtige Rolle.

Erfrischender Salat mit jungen Brennesselblättern

Die jungen Spitzen der Grossen Brennnessel Urtica dioica können als Gemüse oder Salatbeilage zubereitet werden. Die Brennnesseln werden im Frühjahr geerntet und verarbeitet. Zusammen mit zarten Löwenzahnblättern und Gänseblümchen ergeben sie einen schmackhaften, gesunden Salat. Auch ein Brennnessel-Soufflé mit Speckwürfeln und Kräutern oder eine Brennnesselsuppe als Vorspeise versprechen ein besonderes, kulinarisches Vergnügen.

Wir haben überlieferte und neue Rezepte gesammelt. Fragen Sie uns, wir geben diese gerne weiter.

ökologisches

Raupengespinst des Nesselfalters Nesselfalter (Kleiner Fuchs)

über 100 Insektenarten sind von der Brennnessel abhängig. Für die Raupe des Tagpfauenauges, des Kleinen Fuchs (Nesselfalter), des Landkärtchens und einiger Kleinschmetterlinge und Nachtfalter ist sie die einzige Futterpflanze.

Die Blätter enthalten einen histaminartigen Stoff, Ameisensäure, Silizium, Kalium, Gerbstoff, Glucochinine, Chloreophyll und die wichtigen Vitamine A und C in Spuren.

Heilwirkung

Die medizinischen Eigenschaften der Brennnessel sind seit der Antike bekannt. Ihre Blätter sind Bestandteil zahlreicher diuretischer Arzneitränke. Ein Fluidextrakt der frischen Blätter wird in der Homöopathie bei Ekzemen, Dysmenorrhöe, Nasenbluten, Metrorrhagien und Hämoptysie verwendet.

Die Brennnessel wird zu Flüssigkeiten verarbeitet, welche Giftstoffe im Körper abbauen, den Stoffwechsel anregen und die Widerstandskräfte stärken.

Tee aus Nesselblättern gilt als blutreinigendes Mittel. Bewährt hat sie sich bei Rheuma und Gicht, bei Leber- und Gallenleiden und ihre Samen dienen als lösendes Mittel.

Früher angewandte Methoden, Lähmungen an Gliedern oder Haarausfall durch Peitschen mit Nesselzweigen, um dadurch Nesselfriesel als Reizmittel hervorzurufen, werden in der Naturheilkunde vermehrt wieder angewandt.

Botanisches

Künstlerisch empfunden

Mehrjährige Pflanze, bis über einen Meter wachsend. Stengel und Blätter mit Brennhaaren (aha, darum!). Blätter länglich-herzförmig, meist über 5 cm lang, grob gezähnt. Zweihäusig. Blütenstände hängend, grün-gelblich, länger als die Blattstiele. Frucht: linsenartiges Nüsschen. Blütezeit Juni bis September. Ursprüngliche Verbreitung nicht bekannt, heute fast weltweit.

Rudelralpflanze, gehört zur in Europa weitaus häufigsten Saumgesellschaft (Brennnessel-Giersch-Saum = Urtica-Aegopodietum). Zeiger mittlerer Feuchtigkeitsverhältnisse, vorwiegend auf leicht sauren, nitratreichen Böden mit wechselnder Feuchtigkeit. Überdüngungsanzeiger, Halbschattenpflanze. Standort: Schuttplätze, Hecken, Gebüsche, Gräben und Viehläger.

Garten

Brennnesseljauche ist ein vorzügliches Mittel zur Stärkung der Pflanzen. Zerkleinerte Stengel und Blätter dienen als Beigabe zum Kompost zur Förderung der Verrottung. Kalter Auszug gegen Blattläuse (aber Vorsicht, das ist ein so starkes Kontaktgift, dass es auch die Larven der Nützlinge tötet. Wir empfehlen deshalb Ackerschachtelhalmtee, das ist zwar ein Fungizid, aber er vermiest den Blattläusen die Lust am Saugen ganz gewaltig).

Historisches

Als man noch nicht fotografieren konnte

Zusammen mit der sibirischen Hanfnessel (U. cannabina) wurden früher ihre Fasern zum feinen, aber teuren Nesseltüchern verarbeitet. Anfang des 19. Jahrhunderts haben einige Völkerschaften Sibiriens und Russlands die Nesselfaser zur Herstellung von Garn und Zeug benutzt. Den Österreichern hat das imponiert und sie haben zur selben Zeit versucht, die Brennnessel als Faserpflanze zu kultivieren. Albertus Magnus hat schon im 13. Jahrhundert die Nessel als Gespinstpflanze erwähnt.

Die heilige Hildegard von Bingen sagte (unter anderem): «Und ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, der zerstosse die Brennende Nessel zu Saft und füge etwas Olivenöl hinzu, und wenn er schlafen geht, salbe er damit seine Brust und die Schläfen, und dies tue er oft, und die Vergesslichkeit in ihm wird vermindert werden.»

Bei Kollege Lonicerus kann man lesen: «Nesselblätter mit Wein gesotten / darüber getruncken / erweicht den Bauch / vertreibt das Grimmen / zertheilet die Winde / treibt den Harn / reiniget die Lenden / und reitzet zum Beyschlaff an.»

Kelten, Slawen und Germanen hielten die Brennessel in grossen Ehren. Naturverbundene Völker (zB Zigeuner, Hochlandschotten) haben der Pflanze übersinnliche Eigenschaften zugesprochen.

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